Kakao



Wussten Sie, dass ...

- Kakao bzw. Schokolade ihren Namen vom mexikanischen "Kakuati" bzw. "Xokolatl" haben?

- bei der Schokoladenherstellung Kakaobohnen gereinigt,geröstet gebrochen, gemischt, gemahlen und so zu Kakaomasse verarbeitet werden? Dabei fallen zwei Endprodukte an: Die sogenannte "Kakaobutter", die aus dem herausgepressten Öl besteht und in der Schokoladenproduktion sowie für kosmetische und pharmazeutische Produkte verwendet wird, und das eigentliche Kakaopulver.

- die Elfenbeinküste mit einer Produktion von einer Mio. Tonnen das wichtigste Kakao-Erzeugerland ist, gefolgt von Ghana, Indonesien, Brasilien, Nigeria, Malaysia und Kamerun? (zusammen 85% der weltweiten Produktion)

- in der Kakaoverarbeitung die Niederlande und die USA an einsamer Spitze stehen?

- die 6 Multis Nestle, Mars, KJS/PM, Cadbury, Ferrero und Hershey einen Weltmarktanteil von 63,5% halten?

- die Kakaobauern im Fairen Handel einen Preis bekommen, der 10% bis 30% (biologischer Kakao) über dem Weltmarktpreis liegt?

Unser Handelspartner:

Kavokiva von der Elfenbeinküste

Die Organisation
(Coopérative Agricole Kavokiva de Daloa)

Unser Handelspartner Kavokiva ist in der Region Haut-Sassandra mit seiner Hauptstadt Daloa aktiv; das Exportbüro hingegen ist in der Hafenstadt Abidjan. Diese Regionen sind bislang unter der Kontrolle der Regierung, die Rebellen operieren im Norden und Westen der Region. Die Mitglieder von KAVOKIVAsind insofern vom Konflikt betroffen, als sie zum Beispiel ihr Gemüse nicht mehr wie früher üblich in den Norden verkaufen können. Außerdem wurde der LKW der Genossenschaft KAVOKIVA im Jahr 2004 von der Regierung zur Aufstandsbekämpfung requiriert und musste später auf Kosten der Genossenschaft repariert werden. Da das Transportmittel während der Zeit der Kakaoernte nicht zur Verfügung stand, konnten sie einen Teil der Kakaofrüchte nicht rechtzeitig von den einzelnen Farmen abholen, sodass sowohl für die Bauern als auch für ihre Genossenschaft ein großer Schaden entstand. „Kavokiva“ bedeutet in der Gouro-Sprache: "Schließen wir uns zusammen" und das haben die Bauern in der Region Haut-Sassandra 1999 getan. Denn seither vermarkten sie ihre Produkte über ihre Genossenschaft Kavokiva. Damit gehören sie zu den Pionieren in ihrem Land, denn erst seit 1997 können in der Elfenbeinküste landwirtschaftliche Kooperativen gegründet werden. Vorher nahm der Staat diese Aufgabe wahr – ähnlich wie in anderen afrikanischen Ländern.

Heute zählt die Kooperative Kavokiva rund 6 000 Mitglieder, die Kakao und Kaffee über ihre Genossenschaft verkaufen. Für die Kooperative arbeiten insgesamt etwa 130 Beschäftigte, sowohl im Export als auch für die sozialen Diensten der Kooperative. Die Bauern erhalten von der Genossenschaft Kavokiva höherer Preise für ihren Kakao als in der Region üblich.

Die EU und der Kakao (Teil 1)

EU erlaubt Kakao-Ersatz

Seit Mai 2000 darf in allen EU-Ländern bis zu 5% des Kakao- butteranteils in der Schokolade durch andere, billigere Pflanzen- fette ersetzt werden. Fachleute rechnen deshalb in Zukunft mit einer geringeren Nach- frage nach Kakaobohnen und somit mit z.T. erheblichen Einnahme- verlusten in den Erzeugerländern.

Die EU und der Kakao (Teil 2)

Warum verarbeiten "die" den Kakao nicht selbst ?

Der Hauptgrund liegt in den Handelsbarrieren der EU. Da Europa auf verarbeitete Produkte hohe Einfuhrzölle verlangt (auf Kakaobohnen 1,5 %, auf Kakaopulver aber 12 % Zoll) bleibt den Erzeugerländern nur die Rolle als Rohstofflieferant (= Neokolonialsmus).

Alles BIO oder was?

Der gepa-Kakao stammt ausschließlich von genossenschaftlich organisierten Kleinbauern, die zum Teil bereits Bio-Kakao in Naturland-Qualität produzieren. Da die Umstellung auf öko- logische Produktion sehr arbeitsaufwendig ist und die Ernte- erträge vorübergehend sinken, können es sich noch nicht alle Genossenschaftsmitglieder leisten, nach diesen Kriterien zu produzieren. ABER: Die Zahl der ökologisch bewirtschafteten Proguktionseinheiten wird laufend erhöht.


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