Kaffee


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Kaffee - die Primadonna unter den Nutzpflanzen
Weltladen Alsfeld wählt Kaffee als ersten thematischen Schwerpunkt



Alsfeld ( eom ). Mit Schaufenstergestaltung, kleinen Ausstellungswänden der Gepa - Einkaufsorganisation unter dem Titel „Kaffee - interessiert mich nicht die Bohne?“ sowie von der Informationsgruppe erstellten Handzetteln will der Weltladen Alsfeld den „Renner“ des fairen Handels vorstellen und einen Blick gewähren hinter die Fassade des schwarzen Getränks. Währenddessen arbeitet die Info-Gruppe des Ladens an der Herstellung eigener Stelltafeln, um dem Kaffee ein Gesicht zu geben: den Kaffeeanbau, der Arbeit für das ganze Jahr verheißt, die ehrliche Arbeit der Kleinbauern mit ihrer Form des Wirtschaftens, die Natur und Zukunft respektiert.
kaffeearbeit


Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk - etwa 165 Liter werden jährlich pro Kopf der Bevölkerung getrunken. Nach Erdöl ist Kaffee der weltweit zweitwichtigste Exportrohstoff. Kaffee ist aufregend: nicht nur als aufputschendes Erfrischungsgetränk, sondern auch als gewinnträchtiges Produkt auf dem Weltmarkt lässt es den Puls der Konzernmanager höher schlagen.
Seine Blüten duften wie Jasmin. Seine immergrünen Blätter fühlen sich an wie Leder. Kaffee ist die Primadonna unter den Nutzpflanzen - schon ein leichter Morgenfrost vernichtet vieles. Seine Früchte haben unermeßlichen Reichtum begründet und bittere Armut. Am Handelsgut Kaffee hängt das Schicksal von etwa 100 Millionen Menschen. Diejenigen, die den Kaffee anbauen, können sich meistens keinen leisten. Ist er für uns nur "Muntermacher", so gehört er für sie in ganz anderer Weise notwendig zum Leben. Oft reichen die Erlöse in den Produzentenländern kaum für ein Leben in Würde aus : etwa 5% vom Ladenpreis ist der Anteil, den die Kleinproduzenten erhalten.„Vuoi cambiare il mondo? Comincia con un caffe“. „Willst du die Welt verändern? Beginne mit einem Kaffee“, heißt es im Deckblatt der Kaffeebroschüren italienischer Weltläden. Seit den siebziger Jahren versuchen Fair-Handels-Organisationen die Kaffee-Kleinbauen aus der Misere herauszuholen. Sie bewegten sie zu Zusammenschlüssen in Kooperativen, sie durchbrechen die Macht der Zwischenhändler. Sie zahlen Preise, die die Produktionskosten decken und noch finanziellen Spielraum für Bildungs - und Gesundheitsprojekte lassen.
Die Fair-Handelsorganisationen greifen Erfahrungen der Kleinbauern z.B. im mexikanischen Oaxaca und in Chiapas auf, die seit hundert Jahren Kaffee anbauen, der unter der Devise „Die Erde verteidigen heißt das Leben verteidigen“ den Boden gesund hält und natürliche Kreislaufe berücksichtigt.
Die biologische Anbauweise gibt viermal so viel Menschen Arbeit als die konventionelle. Durch die Mitarbeit europäischer Ökologen entsteht so ein Kaffee von erstaunlicher Qualität: ein cafe sano, ein sauberer Kaffee, sauber im doppelten Sinne: frei von Chemikalien und ohne dass Zwischenhändler zugegriffen hätten. Er hat unsere Gesundheit und die Gesundheit der Produzenten im Auge. Denn gesund ist Kaffee in Maßen getrunken allemal : neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen seine positive Wirkung auf Gehirn, Kreislauf, Verdauung, Stoffwechsel sowie bei der Verhütung einiger Krebsarten. Die Tasse Kaffee gehört zu den unbedenklichen kleinen Freuden des Alltags - um so mehr, wenn der Kaffee ökologisch erzeugt wird und einen sozialen Aspekt einschließt.


Kaffee lässt vielen den Puls höher schlagen

Kaffee ist aufregend. Nicht nur als aufputschendes Erfrischungsgetränk, sondern als gewinnträchtiges Produkt auf dem Weltmarkt lässt es den Puls der Konzernmanager höher schlagen. Früher nur in erlauchten "Herrenrunden" in Kaffeehäusern privilegiertes Genussmittel, ist es heute in vielen Industrieländern Volksgetränk Nr. 1. Im Pro-Kopf-Verbrauch an Getränken in der Bundesrepublik rangiert Kaffee mit 160 Litern klar vor Bier (138) und Milch (96). Im Weltmaßstab ist Kaffee nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff.
Diejenigen jedoch, die den Kaffee anbauen, können sich zumeist selbst keinen leisten. Ist er für uns nur "Muntermacher", so gehört er für sie in ganz anderer Weise notwendig zum Leben. Während Missernten und Überschüsse den Kaffeehändlern und Spekulanten die Geldbeutel füllen, bedeuten sie für kleine Kaffeepflanzer und Plantagenarbeiter oft den Ruin. Überhaupt schuften sich Plantagen-arbeiter vielfach buchstäblich zu Tode, dennoch reicht ihr Lohn nicht zum Erhalt der Familie.
Die Kleinproduzenten von Kaffee mit ihren Erntemengen, die eher in Zentnern als in Tonnen gerechnet werden, stehen nach den landlosen Plantagenarbeitern auf der untersten Stufe des Sozial- und Wirtschaftsgefüges. Ewa 5 % des Ladenpreises, den ein Pfund Kaffee in Deutschland kostet, ist der magere Anteil für die Kleinproduzenten.
Nicht Almosen, sondern faire und gerechte Preise fordert deshalb der faire Kaffeehandel. Einkaufsorganisationen schließen Direktverträge mit Kleinproduzenten, die sich zu Kooperativen und Selbsthilfeorganisationen zusammengeschlossen haben. Diese erhalten einen Preis, der deutlich über Weltmarktniveau liegt. Langfristige Abnahmeverträge sollen zudem der Kooperation eine bessere Zukunftsplanung ermöglichen, um unabhängig von den "Coyotes", den Zwischenhändlern, zu werden. Der Mehrerlös aus fairem Handel ist bei den Kooperativen oft schon längst angekommen, wenn der Kaffee im Ladenregal steht. Er ermöglicht den Familien den Kauf dringend notwendiger Waren. Erstmals kann so in einigen mittelamerikanischen Gebieten der regelmäßige Schulbesuch der Bauernkinder gewährleistet werden. Zudem haben Genossenschaften und Kooperativen aus den Mehrerlösen Wiederaufforstungsprogramme, Schulungsmaßnahmen im ökologischen Landbau, Kredite für neue Pflanzen, den zusätzlichen Anbau von Nahrungsmitteln oder Ausbildungsprojekte in den Bereichen Buchführung, Handwerk und Hauswirtschaft finanzieren können. 1,5 - 2 Cent pro Tasse, die fair gehandelter Kaffee die Verbraucher mehr kostet, haben für die Kleinproduzenten und ihre Familien die Welt „fairändert“.


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